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Die Schultergelenkoperation

Dr. med Georg Schollmeier

Dr. med. Georg Schollmeier informiert
Sie umfassend zur Schultergelenkprothese.

Im Zusammenhang mit einer Schultergelenksoperation treten oft eine Reihe von Fragen auf. Die 10 wichtigsten habe ich hier zusammengestellt und für Sie beantwortet.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Bitte klicken Sie hier Ihre Fragen an:

1. Welche Erkrankungen führen am häufigsten zum Schulterschmerz?
2. Was sind die Ursachen für Schultergelenkserkrankungen?
3. Was passiert, wenn ich mich nicht operieren lasse?
4. Was sind die wichtigsten Operationsmethoden?
5. Sind Spezialisten für Schulter-Operationen notwendig?
6. Wie lange hält eine Schulterprothese?
7. Wie wird ein Patient am besten auf die Operation vorbereitet?
8. Welches Operationsverfahren ist das beste?
9. Wie verläuft die Nachbehandlung?
10. Übernimmt meine Krankenversicherung die Kosten?

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1. Welche Erkrankungen führen am häufigsten zum Schulterschmerz?


Impingementsyndrom (Engepass-Syndrom unter dem Schulterdach)

Das Schultergelenk ist unter den großen Gelenken des menschlichen Körpers das beweglichste. Es wird ganz wesentlich aktiv durch das Zusammenspiel der umgebenden Muskulatur und passiv durch die umgebende Kapsel und Bänder stabilisiert. Es kommt zum funktionellen Einklemmen ("impingement") der Rotatorenmanschette (Muskel-Sehnen-Gruppe, die sich wie ein Mantel um den Oberarmkopf legt) unter dem Schulterdach, was zu Schmerzen, Schleimbeutelentzündung und Sehnenrissen führt.

Rotatorenmanschettenruptur (Riss im Muskel-Sehnen-Mantel der Schulter)

Das Endstadium des Impingement-Syndroms ist die Rotatorenmanschettenruptur. Dabei treten zunächst kleine partielle Sehnenrisse auf, die keine Selbstheilungstendenz zeigen und mit der Zeit größer werden – bis zu Massenrupturen. Im Endstadium können dann Zustände entstehen, die irreparabel sind und z. B. Muskel-Sehnen-Ersatzoperationen bzw. eine Schulterprothese erfordern.

Kalkschulter Tendinosis calcarea (Ablagerung von Kalkkristallen im Muskel-Sehnen-Mantel des Schultergelenkes)

Die Ursache und die Entstehung der Kalkablagerungen sind nicht geklärt.

Schulterluxation (Ausrenken/Auskugeln des Schultergelenkes)

Das wiederkehrende, vollständige oder teilweise "Auskugeln" des Gelenkes führt über kurz oder lang zu einer massiven Beschädigung des Gelenkknorpels und mündet unbehandelt oftmals in einen vorzeitigen Gelenkverschleiß (Instabilitäts-Arthrose).

Schultergelenksarthrose (Gelenkverschleiss)

Das Schultergelenk, bestehend aus der Gelenkpfanne und dem Gelenkkopf ist mit Knorpel überzogen. Dieser knorpelige Überzug ist aufgebraucht und die Knochen der Schultergelenkspfanne und des Schultergelenkskopfes reiben unmittelbar aufeinander. Dies führt zu Schmerzen und zu einer entzündlichen Reaktion. Die Folge ist die Schrumpfung des umgebenden Kapselgewebes und die Bildung von knöchernen Randanbauten. Schließlich kommt es zur schmerzhaften Bewegungseinschränkung und dadurch zum Verlust der Funktion bis hin zur vollständigen Einsteifung des Schultergelenkes.

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2. Was sind die Ursachen für Schultergelenkserkrankungen?



Die häufigsten Ursachen für ein schmerzhaftes Schultergelenk sind:

  • das Impingementsyndrom
  • die Rotatorenmanschettenruptur
  • die Kalkschulter (Tendinosis calcarea) (Kalkablagerung an den Sehnenansätzen)
  • die Schulterluxation
  • Knorpelschäden bis zur Schultergelenksarthrose
  • Verletzungen des AC-Gelenkes (Gelenk zwischen Schulterdach und Schlüsselbein) mit Instabilität oder Arthrose
  • die Schultersteife (Frozen shoulder)
  • Entzündung der Bizepssehne
  • das abgenutzte Schultergelenk (Arthrose) infolge einer Rheumatoiden Arthritis (Entzündung durch Rheuma), Durchblutungsstörung (sog. Schulterkopfnekrose) oder nach Unfällen

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3. Was passiert, wenn ich die Schultergelenkserkrankung nicht operieren lasse?


Abhängig von der Grunderkrankung kann die konservative (nicht-operative) Therapie sehr gute Erfolge erzielen. Dies gilt insbesondere für die Kalkschulter (Tendinosis calcarea) oder die Schultersteife (Frozen shoulder) aber auch für die Frühstadien des Impingement-Syndromes. Spätstadien dieser Erkrankungen oder ein Versagen der nicht-operativen Therapie machen dann jedoch eine Operation unumgänglich.

Rotatorenmanschettenrupturen oder wiederkehrende Schulterluxationen führen häufig zu dauerhaften Beschwerden und schweren degenerativen Gelenkveränderungen (Verschleiss). Es kommt zu Schmerzen im Schultergelenk am Tag, aber auch bei Ruhe und nachts, bis hin zur Behinderung der Aktivitäten des täglichen Lebens. Häufig klagen die Patienten zusätzlich über ausstrahlende Schmerzen in den Nacken und den Oberarm, die durch die Funktionsstörungen der Muskulatur und des Bindegewebes bedingt sind.

Ziel ist es heutzutage, im Frühstadium folgenschwere Erkrankungen zu erkennen und gezielt zu therapieren, um damit negative Langzeitverläufe zu minimieren und eine frühe Arthrose (Gelenkverschleiß) zu vermeiden.

Mit einer erfolgreichen Operation kann in den allermeisten Fällen wieder eine nahezu normale Funktion und Einsatzmöglichkeit der Schulter erreicht werden. Abhängig vom Krankheitsbild und persönlichen Faktoren ist sehr häufig eine Rückkehr auf das Ausgangssportniveau, auch für Hochleistungssportler, möglich.

4. Was sind die wichtigsten Operationsmethoden?



  • Impingementsyndrom – arthroskopische Akromioplastik (Spiegelung / Schlüssellochoperation)
  • Rotatorenmanschettenruptur – arthroskopische Rotatorenmanschettennaht, Muskel-Sehnen-Ersatzoperationen (Latissimus dorsi-Transfer, Pectoralis major-Transfer, Augmentation mit Kollagenflies)
  • Kalkschulter (Tendinosis calcarea) arthroskopische Kalkentfernung
  • Schulterluxation – arthroskopische Stabilisierung
  • wiederkehrende Schulterluxation – Knochen-Sehnen-Transfer (Coracoid-Transfer n. Latarjet)
  • Knorpelschäden – autologe Chondrozyten-Transplantation, Knorpel-Knochen-Transfer
  • Arthrose – Implantation einer Schulterendoprothese (als Teiloberflächenersatz, schaftfreie Oberarmkopfprothese, Totalendoprothese oder inverse Totalendoprothese)

Die Implantation einer Schulterprothese wird notwendig wenn das Schultergelenk durch Trümmerbrüche des Oberarmkopfes, durch Arthrose, oder durch große Risse der Rotatorenmanschette funktionslos und schmerzhaft geworden ist.

Fehlt durch Verschleiß der Muskelsehnen-Mantel/ die Rotatorenmanschette ist zur Schmerzlinderung und Funktionswiederherstellung die Implantation einer sogenannten inversen Prothese indiziert. Bei diesem Modell werden Kopf und Pfanne vertauscht und dadurch kann ein Anheben des Armes über den Deltamuskel erreicht werden.

Aufbau der Schulterprothese                                 Schulterprothese invers

Neben den unterschiedlichen Operationsverfahren ist der operative Zugang zum Schultergelenk entscheidend für das Ergebnis.

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5. Sind Spezialisten für Schulter-Operationen notwendig?



Das Schultergelenk ist unter den großen Gelenken des menschlichen Körpers das beweglichste. Es wird ganz wesentlich aktiv durch das Zusammenspiel der umgebenden Muskulatur und passiv durch die umgebende Kapsel und Bänder stabilisiert. Deshalb ist eine gewebeschonende Operationsmethode besonders wichtig, nicht nur, um eine schnelle Rehabilitation und Rückkehr in den Beruf und den Sport zu ermöglichen, sondern auch für die langfristige Wiederherstellung einer ungestörten Funktion.

In den meisten Fällen ist eine arthroskopische / endoskopische Operation ("Schlüsselloch-Chirurgie") möglich. Mit den modernen Operationsmethoden und Spezialinstrumenten können so auch sehr komplizierte Eingriffe gewebeschonend durchgeführt werden. Manchmal sind auch offene Verfahren notwendig, so z.B. für die Implantation einer Schulterendoprothese über einen deltoideo-pectoralen Zugang von vorne. Hier gilt "so wenig wie möglich, so viel wie nötig", um eine ausreichende Exposition zu erreichen. Entscheidend ist nicht die Grösse der Narbe, sondern das entstehende Weichteiltrauma (Schädigung des Muskelsehnengewebes bei der OP) bei der Operation. In mehreren Studien hat sich dabei eindeutig gezeigt, dass die Ergebnisse von Schulteroperationen wesentlich besser und die Anzahl und Schwere der auftretenden Komplikationen bei Schulterspezialisten ("high-volume centres") deutlich geringer sind. Dieses setzt eine jahrelange operative Ausbildung an entsprechenden Zentren voraus.

6. Wie lange hält eine Schulterprothese?



Moderne Endoprothesensysteme im Bereich der Schulter sind mittlerweile fast ebenso erfolgreich wie die etablierten Hüftendoprothesen und sollten damit etwa 10 bis 15 Jahre lang funktionieren. Man weiß, dass sich mit den Jahren die Prothesen bzw. Teile lockern oder abnutzen und dann wegen erneut auftretender Schmerzen ausgewechselt werden müssen.

Problem: Bei jeder Wechseloperation findet ein weiterer Knochenverlust und Weichteilschaden statt, d.h. man kann eine Schulterprothese nicht beliebig oft wechseln.

7. Wie wird ein Patient am besten auf die Operation vorbereitet?


Um das Operationsrisiko so klein wie möglich zu halten, sollten Sie auf die Operation optimal vorbereitet werden.

Die Operation an der Schulter ist ein geplanter Eingriff. Sie sollten sich in einem möglichst guten Allgemeinzustand befinden. Bei z.B. einem Infekt des Nasen- Rachenraumes, der Zähne, der Lunge oder der Blase würden wir zunächst den Infekt behandeln. Ihr Allgemeinzustand ist Ihrem Hausarzt besser bekannt als uns, deshalb arbeiten wir bei der OP-Vorbereitung mit Ihrem Hausarzt zusammen. Er unterstützt uns bei der Optimierung Ihrer Medikation, z.B. können Herz- Kreislaufmittel ohne Zeitdruck nochmals optimal eingestellt werden und Blutverdünner abgesetzt oder umgestellt werden.

Ihr Operateur des Gelenkzentrums untersucht Sie dann abschließend nochmals persönlich kurz vor der Operation.

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8. Welches Operationsverfahren ist das Beste?


Das hängt ganz von Ihren persönlichen Gegebenheiten ab. Sie kennen Ihren Operateur und Ihr Operateur kennt Sie. Alle Fragen werden persönlich besprochen und gemeinsam beantwortet.

Wir selbst haben uns auf eine gewebeschonende arthroskopische/endoskopische Technik (sog. Schlüssellochtechnik ) spezialisiert, die selbst in komplizierteren Fällen beste Ergebnisse zeigt.

Die Schulterendoprothesen können in den meisten Fällen ohne Knochenzement eingesetzt werden. Dadurch wird eine schnelle knöcherne Einheilung begünstigt – mit sehr guten Langzeitresultaten.

Die Voruntersuchung, Operation und Nachbetreuung werden nur von Herrn Dr. med. Kircher bzw. Dr. med. G. Schollmeier persönlich durchgeführt.

9. Wie verläuft die Nachbehandlung?



Wir organisieren auch die Rehabilitation und bleiben während der Rehabilitation Ihr Ansprechpartner.

Nach einer arthroskopischen Schulteroperation beginnt die Phase der intensiven Rehabilitation der Schulter. Dabei ist fast ausnahmslos eine ambulante Physiotherapie ausreichend. Jeder Patient erhält ein individuelles Nachbehandlungsschema. Dadurch wird sichergestellt, dass der Nachbehandler alle wertvollen Informationen zur Situation des Patienten und der durchgeführten Operation detailliert kennt und umsetzen kann. Die Rehabilitation kann sich dabei abhängig von Krankheitsbild und Ausgangssituation über mehrere Wochen erstrecken. Zum Ende der Behandlung liegt der Schwerpunkt dann immer mehr auf dem selbständigen Üben und Trainieren der Schulter, anfangs noch unter Anleitung, später dann täglich zu Hause oder z.B. im Fitness-Studio.

Nach der Implantation einer Schulterendoprothese ist oftmals eine stationäre Rehabilitation sinnvoll. Die Entscheidung über die Genehmigung liegt beim Kostenträger. Wir unterstützen Sie auf jeden Fall bei Ihren Wünschen. Ziel der Rehabilitation ist die vollständige Wiederherstellung einer schmerzfreien Funktion im Alltag und im Sport.

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10. Übernimmt meine Krankenversicherung die Kosten?



Modernste Operationsverfahren in der Hand des Spezialisten: Ein Plus nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Krankenversicherungen (Kostenminderung, da kaum Folgeoperationen notwendig werden).

Die freie Arztwahl ist gesetzlich garantiert, es besteht für jeden Patienten ohne Einschränkung die Möglichkeit, sich den Arzt seines Vertrauens auszusuchen und sich dort operieren zu lassen, wo er glaubt, die beste medizinische Betreuung zu erfahren und wo er sich am besten aufgehoben fühlt.

Privatpatienten:

Die Abrechnung erfolgt gemäß der geltenden GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) Entsprechend werden die Kosten bis zum 3,5-fachen Satz der Operation bei Privatpatienten, Bundes- und Landesbeamten mit Beihilfe, Versicherten der Postbeamtenversicherung * und der Krankenversicherung der Bundesbeamten in der Regel übernommen.

Gesetzlich versicherte Patienten:

Die Kosten für den Klinikaufenthalt und die Schulterprothese werden von den gesetzlichen Kassen vollständig übernommen. Die Kosten für die Chefarztbehandlung müssen die Patienten teilweise in Form einer festen Fallpauschale selbst übernehmen (Fragen bitte gern im Sekretariat unter der Telefonnummer 0331-23 700 310) Besteht aber eine Zusatzversicherung für die Chefarztbehandlung, werden diese Kosten in der Regel übernommen.*

* Möglicherweise besteht ein eingeschränkter Versicherungsschutz. Hierzu ist eine Rückfrage bei Ihrer Versicherung angeraten.

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